{"id":18603,"date":"2022-09-14T06:08:48","date_gmt":"2022-09-14T06:08:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mup-group.com\/?p=15935"},"modified":"2022-09-14T06:08:48","modified_gmt":"2022-09-14T06:08:48","slug":"schwert-oder-pflugschar-unterscheidung-von-kriegseinwirkungen-und-spuren-ziviler-nutzung-im-digitalen-gelandemodell-dgm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mup-water.com\/en\/schwert-oder-pflugschar-unterscheidung-von-kriegseinwirkungen-und-spuren-ziviler-nutzung-im-digitalen-gelandemodell-dgm\/","title":{"rendered":"Sword or ploughshare? Distinguishing between the effects of war and traces of civilian use in the Digital Terrain Model (DTM)"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"18603\" class=\"elementor elementor-18603\" data-elementor-post-type=\"post\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-3047064 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default wd-section-disabled\" data-id=\"3047064\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-1ec50f5\" data-id=\"1ec50f5\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-c579d3d elementor-widget elementor-widget-wd_text_block\" data-id=\"c579d3d\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"wd_text_block.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"wd-text-block reset-last-child text-left\">\n\t\t\t\n\t\t\t<p>Die Auswertung historischer Luftbilder aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges ist ein unverzichtbarer Aspekt der Rekonstruktion von Ereignissen, die zu einer Kampfmittelbelastung gef\u00fchrt haben k\u00f6nnen. Die Aussagekraft von Luftbildern als \u201eobjektive Zeitzeugen\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> st\u00f6\u00dft jedoch dort an ihre Grenzen, wo der Blick auf den Erdboden zum Zeitpunkt der Aufnahmen versperrt war. Vegetationsdecken, insbesondere Waldgebiete, k\u00f6nnen sich \u00fcber gro\u00dfe Fl\u00e4chen erstrecken, die dann nicht oder lediglich stak eingeschr\u00e4nkt hinsichtlich kampfmittelrelevanter Spuren auswertbar sind. In diesen F\u00e4llen kann zur Unterst\u00fctzung der Luftbildauswertung ein Digitales Gel\u00e4ndemodell (DGM1) herangezogen werden.<\/p><p>DGM beruhen in der Regel auf Daten aus luftgest\u00fctzten Laserscans (LiDAR). Die Laserpulse sind in der Lage Baumkronen zu durchdringen. So kann die aktuelle Topografie auch unter Wald vermessen und als DGM visualisiert werden. Da die Gel\u00e4ndebeschaffenheit in Waldgebieten meist \u00fcber lange Zeitr\u00e4ume unver\u00e4ndert bleibt, k\u00f6nnen Kriegseinwirkungen in Form von Vollformen (Bunker, Stellungen) und Hohlformen Sprengbombentrichter, Deckungsgr\u00e4ben und-l\u00f6cher) bis heute im DGM erkennbar sein.<\/p><p>Die Erdoberfl\u00e4che in ihrer heutigen Form ist das Ergebnis komplexer Prozesse, w\u00e4hrend derer Strukturen aus unterschiedlichsten Zeiten erhalten, vergangen, \u00fcberpr\u00e4gt und zum Teil ineinander \u00fcbergegangen sein k\u00f6nnen. Dabei haben nicht nur die Kriegsereignisse der j\u00fcngeren Geschichte ihre Spuren hinterlassen. H\u00e4ufig sind Voll- oder Hohlformen auch Relikte ziviler Nutzung oder milit\u00e4rischer Anlagen aus fr\u00fcheren Zeiten bis weit in die Vorgeschichte hinein. Besonders hoch ist die Gefahr der Verwechslung von zivilen Nutzungsspuren mit Kriegseinwirkungen jedoch im Falle mittelalterlicher und fr\u00fchneuzeitlicher Bergbauspuren. \u00a0<\/p><p>Oberfl\u00e4chennaher Abbau von Erzen und anderen Bodensch\u00e4tzen kann durch das Abteufen senkrechter Sch\u00e4chte, sogenannter Pingen<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>, geschehen<em>.<\/em> Diese Sch\u00e4chte sind meist nicht abgesichert und k\u00f6nnen daher nur bis in wenige Meter Tiefe unter der Gel\u00e4ndeoberkante getrieben werden. Ist ein weiteres Abteufen aufgrund der Stabilit\u00e4t oder durch Wassereinbruch nicht mehr m\u00f6glich oder wirtschaftlich, wird eine weiterer Schacht neben dem ersten angelegt. \u00dcber die Zeit hin entsteht so ein Pingenfeld bzw. Pingenzug. Durch Erosion f\u00fcllen sich die Sch\u00e4chte im Laufe der Zeit, bis schlie\u00dflich trichterf\u00f6rmige Gruben mit wenigen Metern Durchmesser im Gel\u00e4nderelief \u00fcbrigbleiben. Diese Gruben sind meist von einem Erdwall umgeben, der aus dem Taubgestein und dem Aushub aus der Pinge besteht.<\/p><p>Stollen und Sch\u00e4chte aus fr\u00fchgeschichtlicher und historischer Zeit wurden meist mit einfachen Holzeinbauten stabilisiert und h\u00e4ufig nur in geringen Ma\u00dfen wieder verf\u00fcllt. Kommt es aufgrund von Vermoderung zum Versagen der h\u00f6lzernen St\u00fctzen, kann das Deckgestein oberhalb des Hohlraumes einbrechen. An der Oberfl\u00e4che entsteht eine runde oder l\u00e4ngliche Vertiefung, ein so genannter Tagbruch<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>.<\/p><p>Um den Aufwand f\u00fcr den Transport gering zu halten, fand die Verarbeitung des abgebauten Erzes in der Regel in der n\u00e4heren Umgebung zu den Bergbaurevieren statt. Als Energietr\u00e4ger wurde dabei Holzkohle verwendet. Da der Transport der Kohle weit weniger aufw\u00e4ndig ist als jener von Holz, fand die Verkohlung des Holzes im Kohlenmeiler meist direkt im Wald statt. An H\u00e4ngen wurden als Standort f\u00fcr die Meiler rundliche Terrassen, so genannte K\u00f6hlerplatten<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a>, mit Durchmessern von 20\u00a0m und mehr angelegt, die zum Teil heute noch im DGM sichtbar sind.<\/p><p>Die beschriebenen Strukturen k\u00f6nnen leicht mit Kriegseinwirkungen verwechselt werden. K\u00f6hlerplatten, Pingen und l\u00e4ngliche Tagbr\u00fcche k\u00f6nnen f\u00e4lschlicherweise als Stellungen bzw. Deckungsgr\u00e4ben interpretiert werden (vgl. Abbildung 1&amp;2 vs. Abbildung 3). Runde Tagebr\u00fcche oder Pingen, deren Erdwall erodiert ist, \u00e4hneln Sprengbombentrichtern (vgl. Abbildung 4 und 5).<\/p><p>Der wichtigste Hinweis f\u00fcr eine korrekte Zuordnung bei der Auswertung digitaler Gel\u00e4ndemodelle ist der Kontext, in dem sich die Strukturen befinden. Liegen sie in bekannten Bergbauregionen (z.B. im Harz oder im Erzgebirge), kann dies bereits ein Anhaltspunkt sein, dass es sich um Bergbauspuren handelt. Auch benachbarte Gel\u00e4ndeformationen k\u00f6nnen Aufschluss geben, worum es sich bei Strukturen im DGM handelt. So liegen K\u00f6hlerplatten h\u00e4ufig in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden zueinander in h\u00f6heren Lagen nahe den Bergwerken. Ist daher ein gro\u00dffl\u00e4chiges DGM vorhanden, sollte im Zweifelsfalle auch das weitere Umfeld der Befunde im Hinblick auf weitere Strukturen betrachtet werden.<\/p><p>Um die im DGM sichtbaren Hohl- und Vollformen zuverl\u00e4ssig anzusprechen und eine belastbare funktionale Zuordnung vorzunehmen, bedarf es letztlich erfahrener Auswerter*innen, die sich der Vielzahl der Einfl\u00fcsse und der langen Zeitr\u00e4ume bewusst sind, die die heutige Form der Erdoberfl\u00e4che geschaffen haben.<\/p><p>#mullundpartner #engineeringforabettertomorrow #DGM # Digitales Gel\u00e4ndemodell #Bergbau #Arch\u00e4ologie #Geschichte #Kampfmittel #Luftbildauswertung #LiDAR #Vermessung #mupgroup<\/p>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Auswertung historischer Luftbilder aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges ist ein unverzichtbarer Aspekt der Rekonstruktion von Ereignissen, die zu<\/p>","protected":false},"author":125,"featured_media":18558,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"class_list":["post-18603","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-news"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mup-water.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18603","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mup-water.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mup-water.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mup-water.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/125"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mup-water.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18603"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.mup-water.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18603\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mup-water.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/18558"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mup-water.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18603"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mup-water.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18603"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mup-water.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18603"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}