Renaturierung von Gewässern in Thüringen: Wie naturnaher Gewässerausbau Ökosysteme und Gemeinden stärkt
In ganz Thüringen stehen Gewässer wie der Linderbach, die Gramme und der Erbstrom im Mittelpunkt ambitionierter ökologischer Entwicklungsinitiativen. Obwohl diese Fließgewässer der Kategorie „Gewässer 2. Ordnung“ zugeordnet sind, ist ihre ökologische Bedeutung weitaus größer – sie prägen die regionale Biodiversität, beeinflussen das Hochwassergeschehen und dienen als wichtige ökologische Korridore in einer von Landwirtschaft und Siedlungsstrukturen geprägten Landschaft. Im Rahmen des Thüringer Landesprogramms Gewässerschutz 2022–2027 unterstützt die M&P Water GmbH – Mitglied der SIERA Allianz die Gewässerunterhaltungsverbände Gera/Gramme und Hörsel/Nesse bei der Umsetzung zentraler Maßnahmen gemäß der EG-Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL).
Diese Maßnahmen markieren einen wichtigen Wandel: weg von historisch verbauten und stark regulierten Gewässern hin zu widerstandsfähigen, dynamischen Flusslandschaften, die natürlicher funktionieren und langfristige ökologische sowie gesellschaftliche Vorteile bieten.
Von technischen Gerinnen zu lebendigen Bächen
Viele Flussabschnitte der Region wurden im vergangenen Jahrhundert stark anthropogen verändert. Begradigungen, Tiefenregulierungen und feste Uferbefestigungen galten lange als effiziente Lösungen für Hochwasserschutz und Flächengewinn in der Landwirtschaft. Diese Eingriffe beeinträchtigten jedoch die natürliche Abflussdynamik, reduzierten die Lebensraumvielfalt und schwächten die ökologische Leistungsfähigkeit, die zur Erreichung der Ziele der EG-WRRL erforderlich ist.
Aktuelle Bestandsaufnahmen zeigen typische Auswirkungen dieser Veränderungen:
- Begradigte Abschnitte, die natürliche Variabilität wie Mäander, Kolke und Rauschen reduzieren
- Eingetiefte Gerinne, die die Anbindung an die Aue verhindern und die Grundwasserinteraktion stören
- Stark besonnte Gewässerabschnitte, die die Wassertemperatur erhöhen und die Lebensraumqualität verringern
- Feste technische Bauwerke wie Ufer- und Sohlverbau, die Laich- und Rückzugsräume zerstören
Für Gewässer wie den Erbstrom oder die Gramme stellen diese Bedingungen sowohl ökologische als auch hydromorphologische Defizite dar. Ihre Entwicklung erfordert präzise und ganzheitliche Planung – ein Prozess, auf den M&P Water GmbH und die Mitglieder der SIERA Allianz seit vielen Jahren spezialisiert sind.
Ökologische Entwicklungsmaßnahmen: Raum für natürliche Prozesse schaffen
Der Kern der thüringischen Gewässerentwicklungsmaßnahmen liegt darin, natürliche Fließprozesse wieder zu ermöglichen. Anstatt Fließgewässer in starre geometrische Formen zu zwingen, geht es darum, ihnen den Raum und die strukturelle Vielfalt zu geben, die sie benötigen, um sich eigendynamisch zu entwickeln.
Zentrale Maßnahmen umfassen:
1. Rückbau technischer Uferbefestigungen
Durch das Entfernen fester Verbauungen entsteht Raum für natürliche laterale Erosion, Sedimentumlagerung und Vegetationsentwicklung – die Grundlage vielfältiger Mikrohabitate.
2. Partielle Aufweitung der Gewässerprofile
Die Aufweitung des Profils fördert eine differenzierte Abflussverteilung und schafft flache Bereiche mit geringer Strömung, die als Rückzugsräume und Laichplätze dienen.
3. Erhalt und Entwicklung von gewässertypischen Gehölzen
Ufergehölze stabilisieren die Ufer, sorgen für Beschattung, reduzieren sommerliche Überhitzung und tragen organisches Material ins Gewässer ein.
4. Initialpflanzung von Auwaldstrukturen
Gezielte Pflanzungen innerhalb der Gewässerentwicklungskorridore stärken langfristig die ökologische Resilienz. Sie reduzieren Nährstoffeinträge, verbessern die Auendynamik und erhöhen die Biodiversität.
5. Förderung eigendynamischer Gewässerprozesse
Gewässer funktionieren am besten, wenn sie sich aus eigener Kraft an wechselnde Bedingungen anpassen können. Diese Eigendynamik ist entscheidend, um den „guten ökologischen Zustand“ der EG-WRRL zu erreichen.
Gemeinsam verwandeln diese Maßnahmen vormals monotone Gewässer in komplexe, artenreiche Ökosysteme. Zugleich verbessert sich der Hochwasserschutz, da natürliche Auen mehr Wasser zurückhalten und Abflussspitzen dämpfen.
Warum die Expertise von M&P Water für eine nachhaltige Gewässerentwicklung entscheidend ist
Die in Thüringen umgesetzten Maßnahmen spiegeln genau den interdisziplinären, naturbasierten Ansatz wider, der M&P Water – Mitglied der SIERA Allianz auszeichnet. Mit langjähriger Erfahrung in Hydrologie, Wasserbau, Renaturierungsplanung und integriertem Wassermanagement vereint M&P Water alle zentralen Fachkompetenzen, die für eine nachhaltige Gewässerentwicklung erforderlich sind – von der Analyse bis zur Umsetzung.
Projektpartner profitieren von der Expertise von M&P Water durch:
→ Umfassende hydromorphologische Bewertungen
Detaillierte Analysen zu Abflussverhältnissen, Sedimentdynamik, Flussbettstrukturen und ökologischen Potenzialen bilden die Grundlage für passgenaue Lösungen.
→ Modernste Planungs- und Modellierungsverfahren
Hydraulische und numerische Modelle ermöglichen es, das Verhalten von Gewässern zu simulieren, Risiken zu bewerten und die ökologische Wirksamkeit geplanter Maßnahmen zu überprüfen.
→ Expertise in naturbasierten ingenieurtechnischen Lösungen
Der Einsatz natürlicher Materialien, die ingenieurbiologische Bauweise und geomorphologische Prinzipien stehen im Mittelpunkt, um ökologische Funktionen mit minimalem Eingriff zu stärken.
→ Interdisziplinäre Abstimmung mit relevanten Akteuren
Behörden, Kommunen, Gewässerunterhaltungsverbände, landwirtschaftliche Betriebe und lokale Gemeinschaften profitieren von klarer Kommunikation und einem anpassungsfähigen Projektmanagement.
→ Starke Unterstützung in der Umsetzung
Von der Bauüberwachung bis zur Erfolgskontrolle stellt M&P Water sicher, dass jede Maßnahme den gewünschten ökologischen Mehrwert erzielt.
Dieser integrierte Ansatz ist essenziell, wenn komplexe Gewässersysteme im Spannungsfeld von Ökologie, Ingenieurwesen, Planung und regulatorischen Anforderungen entwickelt werden.
Ein Motor für Biodiversität und Klimaanpassung
Die Entwicklungen an Linderbach, Gramme und Erbstrom gehen weit über die Wiederherstellung von Lebensräumen hinaus. Sie stärken auch die regionale Klimaanpassung:
- Reduzierte Hitzebelastung durch beschattete Gewässer
- Verbesserter Hochwasserschutz durch natürliche Retentionsräume
- Zunahme der Biodiversität in Wasser- und Uferhabitaten
- Bessere Wasserbilanz durch verbesserte Grundwasserwechselwirkungen
- Höhere Resilienz gegenüber Extremwetterereignissen
Auch Landwirtschaft, Gemeinden und Infrastruktur profitieren von den stabilisierten hydrologischen Bedingungen.
Die Gewässerentwicklungsprojekte in Thüringen zeigen, was möglich wird, wenn ökologische Prinzipien, technisches Know-how und langfristige Perspektiven zusammenkommen. Indem Flüssen wieder Raum für natürliche Entwicklung gegeben wird, entstehen widerstandsfähige Landschaften, revitalisierte Ökosysteme und hochwertigere Gewässer.
Bereit für die Entwicklung Ihrer Gewässer? Lassen Sie uns robuste Flusslandschaften gestalten.
Ob für kommunale Wasserwirtschaft, ökologische Planung oder nachhaltige Lösungen für regulierte Gewässer:
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Gemeinsam schaffen wir Gewässersysteme, die fit für die Zukunft sind.